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Congregatio Jesu

Archivierte Nachrichten

 

 

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Aufforderung zu einer Mystik der offenen Augen

Bei einem Workshop zur Botschaft der Generalkongregation trafen sich am 11. Februar fünfzig Schwestern der MEP, die in ihrem jeweiligen Umfeld mit Nöten jeder Art konfrontiert sind – sei es mit der Not von Migranten, von Kindern mit Lernschwierigkeiten, von Behinderten oder auch mit der Glaubensnot von Menschen, denen es sehr schwer fällt, sich in der real existierenden Kirche heimisch zu fühlen. Der Austausch war lebhaft und bereichernd, und ein Höhepunkt war sicher der Bericht Sr. Martha Zechmeisters über die extremen Verhältnisse in ihrem derzeitigen Wirkungskreis in El Salvador.
 
Sie betonte, dass wir uns – egal wo wir leben – unter einen sehr hohen Anspruch stellen, wenn wir von uns sagen, dass wir „mutige Prophetinnen“ sein wollen, die das Risiko eingehen, „den Skandal einer durch Ungerechtigkeit verwundeten Welt anzuklagen“. Ganz ernst genommen kann uns das schon in unseren ‚gemäßigten Breiten‘ an unsere Grenzen bringen – in El Salvador war so eine Lebenshaltung in den letzten Jahrzehnten extrem gefährlich. Aber wo immer wir leben ist es unsere Aufgabe, die Augen nicht zu verschließen vor all dem Unrecht, das unsere Welt entstellt.
 
 

Diese Nachricht lief aus am 30/06/2012.



Tagung der Leiter von Maria-Ward-Schulen aus Deutschland, Österreich und Ungarn in Budapest

Auf Einladung der Schwestern der Congregatio Jesu trafen sich erstmals Schulleiterinnen und Schullei¬ter von 24 deutschen und österreichischen Maria-Ward-Schulen der Mitteleuropäi¬schen Provinz in Budapest mit ihren ungarischen Kolleginnen und Kollegen.
 
Das Anliegen war für alle deutlich: Immer mehr dieser Schulen haben keine Or¬densschwestern mehr. Aber die Schulen dieser Standorte bestehen weiter und nehmen in enger Zusammenarbeit mit der Con¬gregatio Jesu ihren Bildungsauftrag wahr. Die Er¬ziehungsziele Mary Wards wer¬den auch dort, wo keine Schwester der Congregatio Jesu mehr im Geist der Ordens¬gründerin Mary Ward tätig ist, mit großem Engagement weiter getragen.
 
Umso wichti¬ger war es den Schulleitungen, sich auf die gemeinsamen Wurzeln zu besin¬nen und sich in gegenseitigem Aus¬tausch zu ermutigen und in der Ar¬beit zu bestärken.

Diese Nachricht lief aus am 30/06/2012.



Seelsorge im Gefängnis

Als ich Ende November 2010 nach Augsburg versetzt wurde und Ausschau hielt,  was für mich 75-jährige in der Seelsorge noch möglich ist, sagte mir ein mit Pfarrei und Diözese sehr vertrauter Priester, dass dort alles gut organisiert sei und niemand gebraucht werde.
 
Etwas ernüchtert ging ich zurück und kam dabei am Gefängnis vorbei. Da hatte ich so von innen her die Anregung: Sorge dich um diese Insassen! Daraufhin fragte ich einen Gefängnispfarrer, ob ich als alte Schwester mich noch an so eine Aufgabe wagen dürfe? Seine Antwort war: „Sicher! Ihre große Lebenserfahrung ist eine gute Voraussetzung.“ Er verständigte den zuständigen Seelsorger, der dann mit mir die Verantwortlichen des Gefängnisses besuchte.
 
Ein junger Mann wartete damals bereits sehr auf ein Gespräch und wurde mir von der pädagogischen Leiterin gleich zugewiesen. Als der Beamte diesen bringen sollte, fragte er mich: “Wollen Sie den wirklich empfangen? Er hat letzte Woche in der Zelle zugeschlagen, war jetzt in der Strafzelle und kam erst gestern wieder zurück.“ Ich sagte trotzdem zu. Dann wurde ich in einen Raum geführt, der eine Glaswand zum nächsten Raum hatte, in dem Beamte zur Aufsicht waren. Mir wurde nun ein schmächtiger, junger Mann gebracht, schüchtern und froh, reden zu können ohne Sorge, dass daraus Nachteile für ihn entstehen könnten. Er war zuerst in einer Pflegefamilie aufgewachsen, denn sein Vater war im Gefängnis. Dann kam er in ein Erziehungsheim und erlernte den Beruf Koch. Seine Verfehlung sah er ein.  Das Gespräch mit mir tat ihm sichtlich gut, und er bedankte sich herzlich dafür. Von dieser Begegnung ging ich sehr nachdenklich heim. Ich wurde in eine gute Familie hineingeboren und hatte eine gute und geordnete Kinder- und Jugendzeit. Inzwischen sind es 16 Männer, die ich eine Zeitlang in Einzelgesprächen betreut habe.
 
Ein erstmaliger Versuch war in diesem Jahr der  „Glaubensweg durch die Fastenzeit“, der Ähnlichkeit mit Exerzitien im Alltag hatte. In zwei Gefängnissen nahmen je zehn Männer mit Interesse und Eifer daran teil. Jede Woche gab es ein Treffen mit Austausch und mit dem Vorstellen der Texte, die für jeden Tag der nächsten Woche vorbereitet waren.
Am Schluss bedankten sich einige, dass es ihnen geholfen habe, tiefer über ihr Leben nachzudenken.
Seit ich diese Tätigkeit ausübe, lese ich die Zeitung anders, aber auch in der Bibel gehen mir manche Stellen neu auf. So wurde mir bewusst, dass der gute Hirt das verirrte Schaf nicht beschimpft und geschlagen hat, sondern es auf seine Schultern nahm und zurück brachte. Das ist  auch für mich ein Vorbild!
 
Schwester M. Irmtraud Fickler CJ

Diese Nachricht lief aus am 30/06/2012.